Matthias Waibel - Christliche Gemeinde Mindelheim e. V.

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Matthias Waibel

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Allgäu zur Zeit der Reformation

Matthias Waibel

Matthias Waibel Pfarrvikar und Theologe aus Kempten
(alias Reiner Mischler)


 
 

                    Foto: Reformatio

 
 

Matthias Waibel

wurde Ende des 15. Jahrhunderts als Bauernsohn in Martinszell in der Nähe von Kempten geboren. 1515 studierte er in Wien und war ab 1519 Pfarrvikar von der Stiftskirche in Sankt Lorenz in Kempten und Schulmeister an der Lateinschule des Stifts. 1523 wurde er Pfarrer in St. Mang in der Nähe von Kempten.
Etwa 1520 hatte Luthers Gedankengut und seine Lehre das Allgäu mit Schwerpunkt in Memmingen erreicht. Viele Pfarrer in Stadt und Land begannen im Sinne der neuen Lehre zu predigen. Auch Matthias Waibel bekannte sich zu Luthers Lehre und wurde einer der wichtigsten Verbreiter der Reformation im Allgäu. Trotz heftiger Anfeindungen durch die Stiftsherren lehrte er die Rechtfertigung des Menschen allein durch den Glauben ohne Werke und stellte so einen großen Teil der herkömmlichen Frömmigkeitspraxis, z.B.Wallfahrten und Prozessionen, in Frage. Wie die anderen Reformprediger forderte er u.a. ein Ende des Ablasshandels, die Predigt in deutscher Sprache und die Austeilung des Abendmahls in beiderlei Gestalt. Es kam zum Streitgespräch über die Anrufung und Fürbitte der Mutter Gottes und der Heiligen. Waibel und seine Mitstreiter verwiesen auf die reformatorische Forderung, dass alle Lehren unbedingte schriftgemäß begründet sein müssen.
Am 10. Mai 1523 kam es in Kempten zu einem Ablasshandel, den er scharf kritisierte. Er forderte den Fürstabt öffentlich auf, der am Ablasshandel mitverdient hatte, seinen feudalen Lebensstil einzuschränken und im Sinne der Bruderliebe christlich zu teilen. Nur knapp entging er einem Attentat durch den aufgebrachten Bruder des Fürstabtes und wurde von Freunden heimlich versteckt. Daraufhin verlor er sein Amt in St. Lorenz, wurde aber in St. Mang als Pfarrer angestellt und konnte, hochgeachtet beim Volk, einstweilen weiterhin Seelsorgedienste leisten.

Zwölf Artikel gemeiner Bauernschaft

Im März 1525 verabschiedete die Allgäuer christliche Vereinigung in Memmingen die Zwölf Artikel gemeiner Bauernschaft. Matthias Waibel, der großen Rückhalt in weiten Kreisen der aufständischen Bevölkerung besaß, wandte sich in seinen Predigten gegen Gewalt und Krieg, war auf Aussöhnung mit der Obrigkeit bedacht und wurde von den Allgäuer Bauern als einer von 14 Theologen benannt, deren Schiedsspruch sie anerkennen würden. Das machte ihn erneut verdächtig.
Am 27. August 1525 wurde er trotz der Warnung seiner Freunde durch arglistige Täuschung seines Mesners, in einen Hinterhalt gelockt und überfallen. Der Schwerverletzte wurde nach zwölftägiger Gefangenschaft in Leutkirch, am 7. September 1525, ohne Gerichtsverfahren an einer Buche erhängt.

 
 
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